Sonntag, 28. September 2014

Km 7210: Iran, Naiin via Abyaneh

19.September - 20.September 2014

Am Weg von Kashan nach Naiin machen wir einen Abstecher in das Bergdorf Abyaneh am Fusse des Karkas Gebirges (3899m), welches mit rotem Lehmziegel vor mehr als 1500 Jahren erbaut wurde.


Es ist Freitag und unten im Dorf tummeln sich viele - vor allem - iranische Touristen. Wir nehmen den Pfad durch den oberen Dorfbereich, der abseits der Touristenroute liegt.

Dieser Schäfer, dem wir bereits am Parkplatz begegnet sind treibt seine Ziegen vom saftig grünen Tal ins obere Dorf......














.............. wir folgen ihm












 Im unteren Dorfbereich lassen wir uns vom Touristenstrom zurücktreiben

Die zwei jungen Damen möchten unbedingt ein Foto mit uns vier Ausländern machen................
















.......und wir fotografieren ihre lustige Reisegruppe










Im Hof dieser Moschee spenden sehr alte Rebenstöcke Schatten






















Die Bilder der im Iran-Irak Krieg gefallenen Märtyrer findet man überall im Land, wie auch in einer Nische dieser Moschee

Nur noch wenige Frauen tragen die blumige Tracht dieser Gegend



Dieser Junge ist ohne seiner Familie Bescheid zu geben von dem Nachbardorf nach Abyaneh gelaufen. Sein Vater findet ihn nach stundenlanger Suche und möchte ihn hart bestrafen. Wir und die zwei Frauen versuchen zu vermitteln.

Diese Familie beendet - wie auch wir - ihren Besuch in Abyaneh und fährt hochbeladen ab.

Abends kommen wir in Naiin an. Leider gibt es keine freien Zimmerfür uns im Hotel Gahan Gardi, welches einer staatlichen Hotelkette angehört, deren Häuser in den 70er Jahren gebaut wurden, einfach aber sauber sind.
Wir finden ein Hotel am Stadtrand - nicht besonders schön, aber sauber - wo abends eine Hochzeitsfeier stattfindet. Wir werden sofort zu der Hochzeitsfeier eingeladen. Im Iran ist es üblich, wenn die Hochzeit in einem öffentlichen Gebäude stattfindet (z.B. Hotel), dass Frauen und Männer getrennt feiern, so gehen Christine und ich in den Salon der Frauen, wo die weiblichen Gäste und die Braut ausgelassen tanzen - die meisten schick und ohne Kopftuch - während Günter und Hosain zu den feiernden Männern in den Garten gehen. Ich werde freundlich gebeten die Damen nicht zu fotografieren, da sie nicht "bedeckt" sind. So kann ich hier nur die Fotos der Männer zeigen (neben Günter und Hosain der Bräutigam). Nach diesem ereignisreichen Tag sind wir müde und verabschieden uns bald von dieser Hochzeitsgesellschaft.











Am nächsten Morgen besuchen wir die Moschee von Naiin - Masjed-e Jameh aus dem 10./11.Jh. Eine der ersten Moscheen im Iran.

 Sehr schön die Stuckarbeiten der Säulen, die alle unterschiedlich sind

Der original erhaltene aus Holz feingeschnitzte Mambar




Bemerkenswert die unterirdischen Gebetsräume, die in den heissen Sommermonaten Schutz vor der Hitze bieten


Noch tiefer als die unterirdischen Gebetsräume ist ein künstlicher Wasserkanal mit Wasserentnahmestelle, der weitverzweigt unter der Stadt Naiin verläuft und noch bis vor ca. 30 Jahren in Betrieb war

Neben der Moschee Ruinen .................

..................sowie das bereits renovierte Wohnhaus Birnjian



















In diesem zu einem Museum umfunktionierte Wohnhaus hat dieser Tuchweber seine kleine Werkstatt, die da sehr versteckt wenig besucht wird. Ich habe ihm versprochen, dass ich seinen Standplatz veröffentliche. Also, falls jemand von euch einmal dorthin findet, dann kauft ihm bitte ein Tuch ab.

Herr Mohamed ein Tourguide in Naiin hat uns die Moschee und das Birnjian Wohnhaus gezeigt und uns ausführlich und professionel deren Geschichte erzählt. Zum Abschluss zeigt er uns noch einen der berühmten Naiinteppiche, angeblich von seiner Frau geknüpft.
(seine mailadresse: local_g1999@yahoo.com)

Km 6590: Roadtrip in Iran starting in Tehran - Km 6850: Kashan - Km 6950: Matin Abad Camp

17.-18. September 2014

Abfahrt von Saadat Abad

Am Morgen treffen wir Christine und Günter, die von Deutschland aus bei Europcar ein Auto gemietet haben und uns für 10 Tage bis Shiraz begleiten werden. Unser erstes Ziel ist Kashan in Zentraliran.

In Kashan haben für die 1. Nacht das Hotel Negarestan in der Nähe von Fin Gardens reserviert. Das 4-Sterne Hotel ist sauber und gut, aber nachdem wir am nächsten Tag in der Altstadt herumspazieren, finden wir ein sehr schön renoviertes Hotel in einem der traditionellen Hofhäuser, das "Saraye Ameriha Boutique Hotel" in der Alavi Strasse. Bei unserem nächsten Besuch in Kashan werden wir sicherlich in diesem schönen Hotel übernachten.

Der Hof des Saraye Ameriha Boutique Hotel
 Eines der Hotelzimmer


Kashan ist berühmt für seine traditionellen Bürgerhäuser aus dem 19Jh. die teilweise schon sehr schön renoviert wurden bzw. werden.

Khan-e Abbasian mit kunstvollen Stuckarbeiten.Die Restaurierungsarbeiten sind noch nicht fertiggestellt.





 













Überall wo wir hingehen werden wir von Inländern freundlich begrüsst und nach unserem Herkunftsland gefragt. Interessanterweise wird auch Hosain für einen Ausländer gehalten, was für ihn eine ganz neue etwas verwirrende Erfahrung ist. Ich nehme an, dass seine Kleidung nicht zu dem Erscheinungsbild eines Iraners passt.

Diese nette iranische Familie aus Hamadan ist sehr an einem Gespräch mit uns interessiert und letztendlich schenken sie uns eine Garnitur Keramikschalen aus eigener Werkstatt zur Erinnerung. 



 Im Khan-e Abbasian pausieren wir im gemütlichen Teehaus












Khan-e Tabatabei ist für mich das schönste Hofhaus in Kashan







Deckenansicht
 





Der Zugang zur Damentoilette ist "interessant"


















 Khan-e Boroujerdi mit kunstvollen Malereien und Stuckarbeiten


Die Restaurierer bei der Arbeit





Viele Häuser in der Altstadt von Kashan sind noch bewohnt.

















 Es gibt noch viel Aufbauarbeiten von wertvoller alter Bausubstanz













Das 500 Jahre alte Badehaus  "Hammam-e Sultan Mir Ahmed"

 Deckenansicht

 Abendstimmung auf dem Dach des Badehauses












Leider vergessen wir unseren Teschner Iranführer auf dem Dach des Badehauses. In der Nähe finden wir einen Bookshop mit dem LonelyPlanet Iranführer, der allerdings nicht so gut wie der Teschner aufgebaut ist und nicht so informativ ist. Aber besser als  nix!


Es ist spät geworden und wir sind müde, so beschliessen wir die Altstadt per Auto zu besichtigen. Nun sind die Strassen nicht sehr breit und nicht für Autos gebaut, vor allem nicht für unseren Jeep Cherokee. Es wird eine spannende Fahrt mit einigen Sackgassen und vielen sehr engen Kurven.

Diese beiden Herren aus einer Bäckerei helfen uns um eine enge Kurve zu navigieren

Aber Hosain schafft es super uns aus dem Gassenlabyrinth rauszufahren und schon sind wir im chaotischen Stadtverkehr angekommen


 Am nächsten Tag erkunden wir die engen Gassen von Kashan wieder zu Fuss....

















 ....treffen auf Buben mit dem persischen Brot, dem Nun Sangagk

..............finden den Zugang eines aufgelassenen historischen Khanat - das ist die Wasserentnahmestelle eines unterirdischen Wasserkanalsystems, das weitverzweigt in iranischen Städten zu finden ist.

Links ein "moderner" Hauseingang - Rechts ein "altmodischer" Hauseingang mit  Torklopfer für Frauen rechts und Torklopfer für Männer links

Eine Tuchweberei













Masjed-e Agha Borzorg, Moschee aus dem 19.Jh mit versenkten Innenhöfen



Es wird noch fleissig renoviert












Der junge Mann neben Hosain sitzend ist aus Gorgan nach Kashan gekommen. Er hat sich selber Englisch beigebracht und versucht nun als Touristenführer sein Glück.

Fin Gardens für Shah Abbas I erbaut zählt zu dem Unesco Weltkulturerbe





 Hübsche Iranerinnen posieren vor der Kamera














 Wir übernachten ca. 100km südlich von Kashan im gemütlichen Matin Abad Camp
mit Sundowner in der Wüste von Matin Abad

Abends gibt es Kamelfleisch zu essen. 
Noch wissen sie nicht was ihnen die Zukunft vorsieht