Montag, 8. September 2014

Km 5000: Armenia, Sevan Lake



06. September 2014

Von Tiflis bis Sadakhlo an der Grenze zu Armenien sind es ca. 70km. Es sind nur wenig Fahrzeuge, welche die Grenze überqueren wollen. Die Georgier verabschieden uns ohne weiteres und auch nach Armenien ist die Einreise problemlos. Wir müssen ca. 40.-EUR Gebühren für unser Auto bezahlen und am Ende forderte der Zollbeamte noch umgerechnet 4.-EUR für die Kaffeekasse.



Hoffentlich werden die Autogebühren für die Sanierung der Strassen benutzt, die ziemlich abgenutzt sind und einem Fleckerlteppich Konkurrenz machen können.


Die Natur ist von archaischer Schönheit, so wie die zahlreichen Klöster, die wir sehen werden.




Wir biegen von der Hauptstrasse ab und fahren eine steile gut ausgebaute Strasse bis zu der Klosteranlage Haghbat, deren erste Kirche, die Kreuzkirche Mitte des 10.Jh. erbaut wurde.



Grabsteine pflastern den Fussboden der Kirche


Fresken gibt es nur sehr wenige, die erhalten sind



Armenien ist u.a. berühmt für die zahlreichen Kreuzsteine die sogenannten „Chatsch`kharen“, die Grab- und Erinnerungssteine sind. Jedes ist ein Unikat.
Dieser Kreuzstein aus dem Jahre 1273 ist eine wunderschöne Steinmetzarbeit mit besonders viel Details und Symbolik.

Aussicht vom Glockenturm
 

Die Kloster Haghabt und Sanahin gehören zu den drei Klosteranlagen in der Liste der UNESCO Weltkulturerbe in Armenien
Der anschliessende Besuch der Klosteranlage von Sanahin (auf dem gegenüberliegenden Berg von Haghbat gelegen), die im 10.Jh gegründet wurde, war ein  besonders nettes Erlebnis. Wir wurden sofort von jungen Damen mit perfekten Englisch- und Deutschkenntnissen begrüsst, die uns zu einer Gratisführung einluden. Im Rahmen eines Förderprogramms für junge Studienabsolventen der Tourismusschule können diese in 10 Tagen ihr Fachwissen praktisch ausüben. Die Facebookseite „Sanahin Monastery Armenia“ informiert über diese Aktion.








Wir wurden von der sympatischen und engagierten Serine begleitet, die uns mit ihrem Fachwissen beeindruckte und geduldig unsere Fragen beantwortete.



Dichter Nebel umfasst uns auf der Serpentinenstrasse zum Sevanpass, der stellenweise so dicht wird, dass wir nur im Schritttempo vorwärts kommen. Die Temperatur fällt auf 13°.


 Wir durchfahren einen dunklen langen Tunnel, an dessem Ende die Sonne wieder scheint und wir den Sevansee erreichen.



Am Sevansee angekommen - der auf 1900m liegt - finden wir an der Südseite abseits von den Hotels und Freizeitanlagen im Nordteil ein 2014 neuerbautes Apartmenthaus direkt am See, wo wir eine nette saubere Wohnung mieten können mit Blick auf den Sevansee.

Abends essen wir in einem netten Restaurant am See eine sehr gute Reinanke aus dem Sevansee. Eine Armenierin, die lange Zeit in Deutschland gelebt hat ist sehr freundlich und übersetzt zwischen Kellner und uns. Am Nebentisch hören wir Deutsch sprechen und schliessen Bekanntschaft mit einer Gruppe von drei jungen Japanerinnen, ihrem Professor Herrn Kunito Nagaoka, der oft in Wien ist und in Gars (Österreich) Kunst unterrichtet hat und der Soziologieprofessorin Frau Irmtraud Schmitz aus Berlin. Sie betreiben seit ca. 3 Jahren im Sommer ein Kunstprojekt mit Kreuzsteinen am Friedhof von Noratus. Wir entschliessen uns 2 Nächte zu bleiben, um diese grossartige Landschaft zu geniessen und die Gruppe am Friedhof zu treffen.


Wir haben genau 5000km – ein Drittel unserer Reise – geschafft. Ein grosses Lob an Hosain, der uns routiniert und sicher bis hierher gefahren hat. Grossteils ist er gefahren und ich habe die Navigation übernommen.

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