06. September
2014
Von Tiflis
bis Sadakhlo an der Grenze zu Armenien sind es ca. 70km. Es sind nur wenig
Fahrzeuge, welche die Grenze überqueren wollen. Die Georgier verabschieden uns
ohne weiteres und auch nach Armenien ist die Einreise problemlos. Wir müssen
ca. 40.-EUR Gebühren für unser Auto bezahlen und am Ende forderte der
Zollbeamte noch umgerechnet 4.-EUR für die Kaffeekasse.
Hoffentlich
werden die Autogebühren für die Sanierung der Strassen benutzt, die ziemlich
abgenutzt sind und einem Fleckerlteppich Konkurrenz machen können.
Die Natur ist
von archaischer Schönheit, so wie die zahlreichen Klöster, die wir sehen werden.
Wir biegen
von der Hauptstrasse ab und fahren eine steile gut ausgebaute Strasse bis zu
der Klosteranlage Haghbat, deren erste Kirche, die Kreuzkirche Mitte des 10.Jh.
erbaut wurde.
Grabsteine pflastern den Fussboden der Kirche
Fresken gibt es nur sehr wenige, die erhalten sind
Armenien ist
u.a. berühmt für die zahlreichen Kreuzsteine die sogenannten „Chatsch`kharen“,
die Grab- und Erinnerungssteine sind. Jedes ist ein Unikat.
Dieser Kreuzstein
aus dem Jahre 1273 ist eine wunderschöne Steinmetzarbeit mit besonders viel
Details und Symbolik.
Aussicht vom Glockenturm
Die Kloster Haghabt
und Sanahin gehören zu den drei Klosteranlagen in der Liste der UNESCO
Weltkulturerbe in Armenien
Der
anschliessende Besuch der Klosteranlage von Sanahin (auf dem gegenüberliegenden
Berg von Haghbat gelegen), die im 10.Jh gegründet wurde, war ein besonders nettes Erlebnis. Wir wurden sofort
von jungen Damen mit perfekten Englisch- und Deutschkenntnissen begrüsst, die
uns zu einer Gratisführung einluden. Im Rahmen eines Förderprogramms für junge
Studienabsolventen der Tourismusschule können diese in 10 Tagen ihr Fachwissen
praktisch ausüben. Die Facebookseite „Sanahin Monastery Armenia“ informiert
über diese Aktion.
Wir wurden
von der sympatischen und engagierten Serine begleitet, die uns mit ihrem
Fachwissen beeindruckte und geduldig unsere Fragen beantwortete.
Dichter Nebel
umfasst uns auf der Serpentinenstrasse zum Sevanpass, der stellenweise so dicht
wird, dass wir nur im Schritttempo vorwärts kommen. Die Temperatur fällt auf
13°.
Wir durchfahren einen dunklen langen Tunnel, an dessem Ende die Sonne
wieder scheint und wir den Sevansee erreichen.
Am Sevansee angekommen
- der auf 1900m liegt - finden wir an der Südseite abseits von den Hotels und
Freizeitanlagen im Nordteil ein 2014 neuerbautes Apartmenthaus direkt am See, wo
wir eine nette saubere Wohnung mieten können mit Blick auf den Sevansee.
Abends essen
wir in einem netten Restaurant am See eine sehr gute Reinanke aus dem Sevansee.
Eine Armenierin, die lange Zeit in Deutschland gelebt hat ist sehr freundlich
und übersetzt zwischen Kellner und uns. Am Nebentisch hören wir Deutsch
sprechen und schliessen Bekanntschaft mit einer Gruppe von drei jungen
Japanerinnen, ihrem Professor Herrn Kunito Nagaoka,
der oft in Wien ist und in Gars (Österreich) Kunst unterrichtet hat und der
Soziologieprofessorin Frau Irmtraud Schmitz aus Berlin. Sie betreiben seit ca. 3 Jahren im Sommer ein
Kunstprojekt mit Kreuzsteinen am Friedhof von Noratus. Wir entschliessen uns 2
Nächte zu bleiben, um diese grossartige Landschaft zu geniessen und die Gruppe
am Friedhof zu treffen.
Wir haben
genau 5000km – ein Drittel unserer Reise – geschafft. Ein grosses Lob an Hosain,
der uns routiniert und sicher bis hierher gefahren hat. Grossteils ist er
gefahren und ich habe die Navigation übernommen.
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